Volontariat

Im Journalismus wird das Volontariat anders definiert als im allgemeinen Sprachgebrauch: Normalerweise ist das Volontariat ein zeitlich begrenzter Freiwilligendienst bei Organisationen und Institutionen, für welches Volontäre auch nur ein relativ geringes Gehalt bekommen.

Im Journalismus hingegen ist damit die betriebliche Ausbildung – also gleichgesetzt mit einer Lehre – gemeint, die jedoch gesetzlich nicht exakt geregelt ist. Entsprechende ungeregelte Ausbildungen gibt es übrigens auch im karitativen und im kaufmännischen Bereich.

Dass Tageszeitungen und Zeitschriften einen Weg in die Ausbildung von Journalisten darstellen, ist in Deutschland lediglich durch einen Tarifvertrag geregelt. Gesetzliche Vorgaben darüber, wie lange ein Volontariat dauern muss, gibt es erst seit 1990. Damals legte der Gesetzgeber zugleich fest, dass Volontäre einen Anspruch auf den Besuch von Volontärskursen haben.

Die einzige tatsächliche Voraussetzung besteht darin, dass du beim Antritt des Volontariats nicht jünger als 18 Jahre sein darfst. Ein Mindest-Bildungsabschluss, um ein Volontariat zu beginnen, wird nicht gefordert. In der Praxis hat es sich aber durchgesetzt, dass die Medienunternehmen zwingend die Fachhochschulreife, besser noch die allgemeine Hochschulreife, fordern. Das hat auch einen guten Grund: Weil der Volontär im Rahmen der Ausbildung in verschiedenen Ressorts eingesetzt wird – schließlich soll er ja auch das ganze Medienunternehmen und die internen Abläufe kennenlernen – wird von den Bewerbern eine gute Allgemeinbildung, ein breit gefächertes Interesse und eine schnelle Auffassungsgabe gefordert – also im Grunde dieselben Anforderungen, die auch für Studenten in journalistischen Fächern notwendig sind. Bei überregionalen Medien ist es sogar üblich, dass ausschließlich Bewerber eingestellt werden, die bereits ein Studium absolviert haben.

Wenn du statt des Studiums die Ausbildung über ein Volontariat machen möchtest, solltest du deine Bewerbungen auf jeden Fall möglichst breit streuen. Schließlich ist die Einstellungspraxis bei den diversen Medienunternehmen höchst unterschiedlich. Während die einen umfangreiche Tests mit den Bewerbern durchführen, reicht anderen eine gut aufgebaute Bewerbungsmappe und ausführliche Arbeitsproben. Natürlich sollten auch Bescheinigungen über Praktika, Auslandsaufenthalte oder die freie Mitarbeit in einer anderen Redaktion nicht fehlen. Damit zeigst du deinem Gesprächspartner nämlich, dass du äußerst interessiert, engagiert und motiviert bist, um den Beruf des Journalisten zu erlernen.

Grundsätzlich dauert ein Volontariat 24 Monate, wobei eine Verlängerung ausgeschlossen und eine Verkürzung auf weniger als 15 Monate nicht zugelassen ist. Während des Volontariats durchläufst du mehrere Abteilungen und Ressorts des Mediums, wobei du mindestens drei Ressorts kennenlernen wirst, wobei die Nachrichten- oder Lokalredaktion sowie das Ressort Politik verpflichtend sind. Beim dritten Ressort nach Wahl kann es sich beispielsweise um die Kultur-, die Sport- oder die Wirtschaftsredaktion handeln. Du hast zudem einen Anspruch auf mindestens einen vierwöchigen überbetrieblichen Bildungsabschnitt, dieser kann sich aber auch auf mehrere kürzere Abschnitte verteilen.

Einen kleinen Unterschied gibt es beim Programmvolontariat für Fernsehen und Hörfunk. Dieses dauert üblicherweise 18 Monate und du lernst fünf bis zehn Stationen kennen. Diese Regelung gilt zumindest für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Bei privaten Sendern werden Volontariate zu völlig verschiedenen Bedingungen was die Höhe des Gehalts, die Ausbildung und die Dauer angeht, vergeben.

 

Weitere Informationen:

Volontariat im Journalismus