Uni oder FH

Was sind die jeweiligen Vor- und Nachteile?

Da es formal keine besonderen Zugangsvoraussetzungen gibt, um den Beruf des Journalisten zu erlernen oder zu ergreifen, hast du die Wahl zwischen Universität und Fachhochschule.

Der offensichtlichste Unterschied zwischen den beiden Hochschularten besteht darin, dass die Journalismus-Studiengänge an vielen Universitäten durch einen Numerus clausus zugangsbeschränkt sind. Dieser liegt üblicherweise bei einem Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 2,0. Wenn du den geforderten Schnitt nicht erreichst, hast du allerdings die Möglichkeit, Journalismus an der Fachhochschule zu studieren. Hier reicht ein beglaubigtes Zeugnis, das dir die Fachhochschulreife und gegebenenfalls eine Stelle vom Vorpraktikum ausstellt.

Grundsätzlich unterscheidet sich die Ausbildung an einer Universität nicht von jener an einer Fachhochschule. Der größte Unterschied besteht darin, dass Universitäts-Studiengänge wesentlich theorielastiger sind als Studiengänge an der Fachhochschule. Letztere betreiben wissenschaftliche Forschung und Lehre mit einem vorwiegend anwendungsorientierten Schwerpunkt. Doch in Bezug auf journalistische Studiengänge hat sich dies mittlerweile etwas geändert, da inzwischen auch bei Universitäten ein stärkerer praktischer Bezug genommen wird. So bieten Universitäten vereinzelt sogar die Möglichkeit, das Studium mit einem Volontariat zu verbinden. Das geschieht oft in Zusammenarbeit mit örtlichen Medienunternehmen, die sogenannte Stipendiatenprogramme anbieten. Dabei müssen die Studenten übrigens nicht einmal Journalismus oder Journalistik studieren, sondern können auch ein beliebiges anderes Fach belegen – besonders beliebt ist diese Kombination vor allem mit dem Studium der Politikwissenschaften.

Während an Universitäten die allgemeine Hochschulreife zwingend erforderlich ist, gibt es für die Fachhochschule mehrere Zugangsmöglichkeiten. Mit der allgemeinen Hochschulreife kannst du eine Fachhochschule in jedem Fall besuchen. Alternativ reicht aber auch die fachgebundene Hochschulreife, wobei in diesem Fall die Wahl der Studienfächer für dich eingeschränkt ist.

Seit 2009 gibt es noch eine weitere Möglichkeit, um eine Fachhochschule besuchen zu können, nämlich die sogenannte „Berufliche Qualifizierung“. Der Meistertitel, der nach dem zweijährigen Besuch einer Fachschule erworben wird, qualifiziert nunmehr ebenso zum Besuch der Fachhochschule wie besondere Zugangsprüfungen oder Fortbildungsberufe, welche dieser Qualifizierung gleichgestellt sind. Je nachdem, welcher Studiengang belegt wird, muss gegebenenfalls ein einjähriges Fachpraktikum, eine abgeschlossene spezifische Berufsausbildung oder ein einschlägiges Vorpraktikum absolviert werden. Dies ist häufig bei angehenden Journalisten der Fall.

Formal betrachtet werden die Bachelor- und Masterabschlüsse an Universitäten oder Fachhochschulen gleich eingestuft. Die Entscheidung, ob du eine Universität oder eine Fachhochschule besuchen solltest, hängt also in erster Linie davon ab, ob du überhaupt einen Zugang zu einem Uni-Studiengang erhältst und ob du lieber näher an der Praxis arbeitest.